
Die folgenden Gedichte habe ich grösstenteils in der Zeit von 1985 bis 1995 geschrieben. Sie geben in gewissem Sinne viele inneren und äusseren Erfahrungen wider, die ich in dieser Zeit gemacht hatte, und damit auch ein Stück meiner inneren Welt!
allen Leuten guten Willens,
allen Leuten, die einen guten Willen haben wollen,
allen Leuten ohne jeglichen guten Willen!
vor dem stürmischen Meer auf Kreta (1987)
Mund wie ein Brunnen, massenhaft Haar,
Augen und Ohren nimmst kaum noch wahr.
Griechische Nase, ein smaller Bart,
Kinn schwerbeladen nach Seemannsart.
Die Augenbrauen wie Putzwollbesen,
arztfeines Brillgestell: er kann wohl lesen!
Fluchtende Stirne, paßt kaum ein Brett,
unfehlbar Zeichen fur den Poet.
Täglich versteift sich sein schmal Genick,
zum Gott erbarmen der schläfrig Blick.
Lücken und Plomben auf gelben Zähnen,
Stimme krächzt monoton, wirklich zum Gähnen
Gang wie von Gänserich, gestampft und hart,
geistesabwesend auf der Gass´ ist seine Art.
Gelangweilt lächelt er nur ab und wann,
Geisteshochmut wird bestraft mit strengem Bann.
Statur nicht übel, noch gut erhalten
- spielen denn ´ne Rolle die ein paar Falten ? -
Auf seinem ringsherum gar dichtem Fell
streut sich immer mehr des Alters Mehl.
Sein Leben säuert ihm oft der Magensaft
Menschliches Elend alleweg hält ihn in Haft.
Ziemlich empfindlich ist er an den Nieren;
Jugend- und Alterssünd´ wohl ? ....... ?
Den Mund macht selten auf, oft fur Wortspiele,
tiefschürfenden Gedankengang mögen nicht viele.
Was brächt´ihm schließlich auch das Geschwafel ?
Mit nur gedachten Speisen deckt man kein´ Tafel ?
Geduld von Esel, früher oft gepriesen,
Jähzornausbrüche nun den Ruhm vermiesen.
Bei schrillen Tonen fährt er auf im Nu,
sein heutger Lebenssatz: "Will meine Ruh´ !"
RUUUHEEEE !
Ein Tintenfleck
mitten in den Worten,
Worten leeren
von Schatten
aus unendlichen Fernen;
Worten klugen
von Gedanken
deren Abgrund so tief;
Worten wüsten
von Gefühlen
erschreckender Herzlosigkeit;
Worten kargen
von Taten
sinnloser Vielfältigkeit;
und ein Rinnsal
schwarz fließend
durch all die Torheit,
die zu huldigen
lebenserhaltend uns ist.
Durchgestrichen !
Vielleicht versteckt sich
doch schließlich
in dem Klecks
all der Sinn !
Himmel verhangen
kaum Abendrot
Mäuse bangen
gemähte Wiesen
es lauert Tod.
Grünliche Wellen
ein Boot als Wrack
zwei Libellen
vorbei schwimmt an mir
ein Hundekack.
Verirrte Reiher
Wildentenflug
Plätschern im Weiher
hinten im Tale
pfeift ein Zug.
Ein tiefes Muhen
Heu als Ball
Schafherden ruhen
wie unerträglich
stinkt Schweinestall.
Und all die Bilder
verschwinden leise
Windhauch milder
raunt am Ufer
auf endlos Reise.
Morbide Farben
Tristesse im Blick
Irdisches Darben
Ein Nebelschleier
Blasen im Schlick.
Faulende Blätter
am Straßenrand
Regenwurmtreter
gnadenlos schreitend
auf feuchtem Land.
Nächtlich Attacken
zerstörter Traum
verfluchte Schnacken
das Ich aufsaugend
Geklatsch im Raum.
Berge erwachen
vom Zauberbann
himmlisches Lachen
und aus der Finsternis
strahlt es cyan.
Vergebens war die nächtlich Ruh'
Schon morgens wenn es dämmert
Der sinnlos Rundlauf setzet ein
Man steht auf ganz belämmert
Ob Regen oder Sonnenschein
Es wird hilflos gejämmert
Dem Tage folgt ein anderer und
monoton ...
es hämmert nur, es hämmert !
Ich dachte mir gerade, es wäre Trauer,
die meine Brust so ungestüm erfüllt,
die tonnenschwer wie ein massiver Felsenbrocken
auf schwergeprüftem Herzen lastet,
die unbewegt die Miene blicken lässt,
die selbst so manchem Essgelüst
den Wind vom Segel nimmt!
Jedoch...
wo bleiben die Rinnsale bittrer Tränen?
wo bleibt all das Stöhnen und Wehklagen?
wo bleibt der bleiern schwere Gang
und auch die Wirre der Gedanken
wo bleibt sie letztlich?
Kann es am Ende Sehnsucht sein?
nach Deiner Augen strahlend Leuchten,
nach Deiner Lippen zärtlich Kuss,
nach Deiner Haut wohlig Duften,
nach Deiner Stimme lieblich Wort??
Denn...
mein Gefühl fliegt flink und froh umher,
mein Denken übt sich in verwegnen Labyrinthen
und auch mein Wille treibt unbändig sein Spiel,
ja mein Geist eine weitre Kette
scheint gesprengt zu haben.
Und ich kann Dir schwören,
- hör endlich auf, so süss
mich anzuschaun und konzentrier' Dich etwas -
zu dieser Sehnsucht gesellt sich munter noch dazu
die tiefste Liebe, die ich jemals fühlte!
Hinter dem Rücken
Bilder im Reigen,
Gedächtnislücken,
die schmerzhaft wollen
Vergang'nes zeigen.
Gepreßt im Band
auch hohe Berge.
Ein flaches Land,
wo selbst die Riesen
kleiner als Zwerge.
Höhen und Tiefen
kennt man hier nicht.
Tränen, die liefen
doch niemals klärten
die trübe Sicht.
Flache Gefühle
von flachen Herzen.
Winterlich Kühle
sogar erfrierend
das Licht von Kerzen.
Selbst große Taten
eben gewalzt.
Kaum zu raten
wie oft sie wurden
flächlings gefalzt.
Auf einer Flache
jede Bewegung.
Höhenflugschwache
im Keim erstickend
selbst edle Regung.
Einzeln' Ereignisse,
oft unerkannt.
Blitzend Geheimnisse
plötzlich erscheinend
man schaut gebannt.
Aus fremden Schichten
dringen herab.
Hoffnung verdichten
und dennoch bleiben
nur milde Gab'.
Das Zeitlich segnend
einsam im Dunkeln
dem Wort begegnend
kosmische Sphären
Sterne, die funkeln.
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Welch grandioses Schauspiel und welche kosmisch Szenerie!
Die Bühne betrat ich mutig, ... doch auch eitel und vermessen.
Der Vorhang hebt sich hoch, die Lichter gehen an
doch ...
Ewig Geist sieghaft wirkend
Ohnmachts Nächte er durchflammt
Zaghaft Seelen stets erquickend
Ichsuchts Bote wird verbannt.
Wird entzündet Mitleids Feuer
Menschen lehrt Selbstlosigkeit
geist'ger Auferstehungs treuer
Lebensstrom durch Dunkelheit.
...und nun das Original!
Sieghafter Geist
Durchflamme die Ohnmacht
Zaghafter Seelen.
Verbrenne die Ichsucht
Entzünde das Mitleid,
Daß Selbstlosigkeit,
Der Lebensstrom der Menschheit
Wallt als Quelle
Der geistigen Wiedergeburt.
( Meditationsworte, die den Willen ergreifen - R. Steiner)
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Noch Gras zwischen den Zähnen,
erhob er müde sein Gesicht
und blickte in den Abgrund,
der freudig auf ihn wartet.
Er wird ihn nicht aufhalten,
und all die folgenden auch nicht
auf seinem Weg zum Licht,
so schmerzvoll er nur sein mag,
so finster er nur sein mag,
so einsam er nur ist !
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Zwar bin ich nur 'ne Schüssel,
die man beachtet kaum,
doch halt' ich wichtig Schlüssel
wenngleich im kleinsten Raum.
Auf mich setzt ihr euch nieder
von all der Last bedrückt.
Es sind wohl keine Lieder
hörbar als ihr euch bückt!
Doch Wunder über Wunder!
Welch Strahlen im Gesicht!
Hinweg der ganze Plunder
in Haufen dicht an dicht.
Damit ist nicht genügend.
Ihr sitzt sinnierend nach.
Der Körper ward vergnügend,
der Geist nun hebt sich wach.
Gelangweilt gebt ihr schließlich
dem Wasser freien Lauf.
Manch froh und manch verdrießlich
sein Schicksal nimmt in Kauf.
Auch wenn mich hüllt das Schweigen
an euch hab' nur gedacht.
Wer sonst sollt' euch noch zeigen,
daß ständig Mist ihr macht!
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Von weichgekochter Geige trinken werd' ich kostlich Brüh'
Auf Frikadellen Ohrringen das Schaukeln möcht' ich lernen
Die frischrasierte Lampenbirn im Papageienhalse macht ihm Müh'
Und meines Herzens Kutsche wird von schnöden Worten hart bedrängt
Während, des Nachts, eine leere Seelentüte steigt zu den Sternen.
Der Maus geheimnisvolle Pfade folgend auf vergiftet Weizenfeld
Von Regenwürmern die versteckten Schätze fing ich an zu suchen
Dabei vergaß ich ganzlich auf dem lila Tisch die Börse mit dem Geld,
Das zur Befreiung der Gefangenen von höchster Stelle mir versprochen
Und in der Manteltasche murmelte verträumt vor sich hin der Mandelkuchen.
Mit langersehnten, kurzen Schritten auf schimmligen Bananenschalen
Durchmaß ich den leeren Strand, von Träumen und Sehnsucht so gefüllt,
Und segelte hinaus in uferlose Raume, gezwängt in bunten Hallen
Von rauhen Winden herzelos gescheuert - Einsamkeit den Nieren setzte zu -
und tote Fische zwitscherten gar munter,
nachdem sie meinen Magen umgewühlt
Als dann die Bäume flehend ihre Wurzeln streckten zu dem Himmel
Und ganze Ochsenherde zogen durch den Wald zum Schreibtischrand
Auf ihren Asten nahm ich wahr mitten im rosa Nebel wollüstiges Gewimmel
Von Sphinxen und Zentauren, die kreischend fragten nach der Schuld
Fur die verhängte Strafe und den Schnitt ins einstge uralte Lebensband.
Über verräterische Seen die schwarzen Schwäne sich millimeterweise erheben
Und rüde, dennoch hoffnungslos die Sonnenstrahlen mit faulen Eiern bewerfend
Dieweil das Heer von Gartenzwergen am Ufer blieb bedeckt von Spinnenweben.
Das ungleichmaßige Röcheln der Titanen ist vermischt mit Morgens kühle Brise
Um Frühgeburt aus dem geschwängert Erdenleib herauszureißen mühsam helfend
Die Produktion von Tinte drohte bald, Länder und Ozeane zu durchtränken
Bis endlich fiel herab ein Löschpapier und saugte sie auf mit lautem Schlurfen
Verwirrung, Unglück stiftend in Gehirnen, die ihre Ziele sahen nur im Denken
In Köpfen gut geschützt, willig getragen auf Tablett von emsig Beinen,
Die jeden Fettnapf blindlings tretend, den Herzensacker unbarmherzig schürfen.
Kein Grund zur Panik! Was man meistens zitternd nennt das Nichts, die Dunkelheit,
Erweisen sich beim Ansehen der Tarotkarten auf der Hand nur als die Trümpfe
Mögen sie sein der Narr oder der Magier gar, dir willig Opfer elende Menschheit,
Die dann die Kontinente formend in der Hand wie weiches Wachs
Zum nächsten Gang uns führen auf dem Pfad, mitten hinein in pestillente Sümpfe.
Schließlich blieb liegen auch der Korb mit ausgewählten Ostereiern zum Brüten
Und ward vergessen auf dem Acker jedes Korn, das man einst mit dem Zirkel säte.
Ein Glück, denn sonst wäre gefährdet die Premier', von all dem unbedachten Wüten.
Der Vorhand auf! Ein Scheinwerfer, der sich selbst beleuchten kann
Gibt all dem Treiben seinen eignen Wert und zeigt unverfälscht die feinen Drähte.
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Felsen formend fahle Farben
kollernd Kelche kantig Kranz
salzig Sande samtig sanftend
matte Muscheln mürbe mahlend
tarnend Tiere taumelnd Tanz
Wilde Welle wallt willkürlich
gießend grimmend grellen Gischt
stiebend Staffeln stattlich stemmend
prallt Prinzip Prickelndes prägend
Erd' erfüllend Ernst erlischt.
Einend eilt erlöschend Echo
himmelwärts hebt haltlos Hauch
Wirbel wandernd Wolken wiegend
duftend Dünste Durst durchwirkend
regt rotierend riechend Rauch
Blitze blindlings blühend blenden
klarend Kosmos kraftend kühlt
rastlos Reihen Rinnen riefend
liebend Licht Lebenskraft liefernd
heiter hellend Helios hüllt.
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Lauf der Dinge, erben Scherben
Trauer um den nichterfüllten Traum
Eigensucht streut derbe Verben
Schläge in die blutend Kerben
Frucht' vom Gut-und-Böse-Baum.
Lauf der Zeit, tasten Lasten
Gang beschwerlich durch das Moor
Schweißgebadet hasten, rasten
Ausschau haltend auf Masten
Suchend Ziel, das man verlor
Lauf der Menschen, jagen, ragen
Blindheit vor der Wesen Kern
Schwere Steine nagen Magen
Niemand fast traut wagen Sagen
Und die Heimat ist noch fern.
Lauf der Herzen, ticken, knicken
Allezeit durch wildes Meer
Wüstes Nähen von dicken Flicken
Fremd ist uns Goldfäden Sticken
Und der Mitgift Truh' bleibt leer.
Lauf der Worte, heißen, beißen
Ständig Heilig Wort entweiht
Knospen läßt man Geißen reißen
Kein Quell mehr in Haaren weißen
Alter wird Torheit gereiht.
Lauf des Geistes, schweben, heben
Fleckig Bild wird frisch geschmückt
wärmend Licht kann Leben geben
Trinkend Wein von neuen Reben
Stein zerspringt, der uns bedrückt.
Lauf der Liebe, schmiegen, biegen
Dunkelheit dort, wo sie fehlt
Bleibt sie oft auf Stiegen liegen
Führt als einzig Waff' zum Siegen
Inbegriff, Urgrund der Welt.
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Tropfen für Tropfen füllte sich der Krug
damit der Trunk auch möglichst lange dauert
und niemand fragte dich, ob du denn hast genug,
ob es dir schmecke,
ob es dir bekomme.
Und wie ein Strahl der Blick, der auf dich lauert.
Schluck dann für Schluck ergoß sich glühend Strom
und brannte nieder all, was zeitlich während.
Nur Goldenes blieb unversehrt im Inneren vom Dom
war es nun viel
oder auch wenig. Einerlei !
Oft ist ein Brand mehr heilsam als verheerend.
Schritt auf Schritt führte der Weg durch Dunkelheit,
durch unwegsame Pfade hinein ins Unbekannte
und zu der Grenze, wo auf dich wartet hehre Wesenheit,
die dir den Spiegel hält,
auf die Gefahr dich eindringlich weist,
meist unbemerkt, doch deiner Seele engste Anverwandte.
Und Wort für Wort wird alte Lehre anvertraut
vom Abgrund, den Erkenntnis überwindet.
Durch Arbeit, Mut, Feuer nur wird Steg gebaut
zu Wiesen übersät mit Licht
und Freiheitsblumen allenthalben
und zu Gefährten, die nur Reines verbindet.
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Herbstes Stürme, stürmen Blätter
blättre durch das Buch vom Leben
leben wenig, Wenigkeit sein
Sein wie Hauch, hauchen Atem
atmen Rauch, rauchen Feuer
feuernd Willen durch Gefühl
fühlen Denken, denken nicht
Nichtigkeit weit und breit
breiten Schwingen in die Lüfte
lüften Weltgeheimnisschein
scheinen Strahlen,strahlend wärmen
Wärme Ursubstanz vom All
all mein Hoffen, hoffend fallen
Fallen auch im kleinsten Schritt
schritt auf Kamm, kämmte mein Haar
haarig Umstand, umstandhalber ein Ruf
rief das Licht, gelichtet Reihen
reihten sich fehlend Genossen
genoß dennoch einfach Wein
weinte laut, Laute stoßend
Stöße in das Erdenreich
reich den Trunk, trunken zu knicken
Knick in Lenden und Genick
nicke munter, muntre Weisen
weisen Sucher, suchen Rettung
retten all die stöhnend Schöpfung
schöpfen Schätze, schätzen Werte
werten Bahnen, bahnen Wandel
wandeln schnell, auf Schnellen achten
Achtung zollen, Zoll beachten
Zahlen lehren Heiligkeit
heiligen der Erde Sinn
sinnen über Sternenlauf
laufend wiederaufstehen
stehend Wasser, wässrig Frucht
fruchten Mühen, mühend kriechen
Kriechgang besser als erstarrt
Starre klirrend, Klirr von Glas
gläsern Augen, äugeln müde
Müdigkeit durch Mark und Knochen
knöchern Hand, händigt die Krone
krönen Dornen blutig Haut
häuten Triebe, treiben Wechsel
wechseln Körper, Seele, Geist
geistig Wesen, wesend Sonne
sonnend hören, hörbar Töne
tönend Bilder, bilden Folge
folg´ich bis ans sichtbar Ende
endend warten, Wärter fragen
fraglich Gang zum engen Tor
töricht Streben, strebe Freiheit
frei von Zwängen, zwänge dicht
dichte liebend, Liebe fehlet
Fehler prüfen, Prüfung säumen
Säumnis rächt sich, Rache tilgt
Tilgung kommt von andrer Gnaden
gnadenlos herab führt Strich
strich ich Federn, federnd schwebte
Schwebe blieb, Bleibe gelöscht
Löschung unerfüllter Träume
träumend jagen, Jagd nach Wind
windend weichen, Weichen stellen
Stelle unbesetzt, Dein Glück
glückend Pläne, planen Durchbruch
brechen Wellen, wellt sich Erde
erden Blitze, blitzt Idee
idealisierend ändern, ändrung wächst
Wachstum spendet saftig Ernte
ernten Kräfte, kraftend flechten
Flechtwerk staubt, Staub verteilt
Teil gelöst, Lösung des Rätsels
rätselnd Dunkel, dunkelt Sicht
sichten endlich Sonnenherrscher
herrschen über goldnes Reich
reichlich tröstend, Tröster nahet
Nähe lehrt, Lehre Geistessinne öffnet
Öffnung Blicke freigibt
Gabe wirkt auf Alt verjüngend
Jugend stachelt, Stachel dient
Diener tötet, Tod entwaffnet
Waffe segnend, Segnung streuend
Streuung Weltenbild umfassend
Fassung sprengen, Sprengung wirbelt
Wirbel weiten, Weiten streben
Strebsamkeit zur Zodiaksgrenz
grenze Steigen, steig Führung
führend Spuren, spüre Zug
ziehen gen Himmel, himmlisch Falter
falte Dehnung, dehne Wirkung
wirksam Griff verborgner Tasten
taste ahnend, Ahnen wählen
Wahl verhelfend, Helfer Flügel
fliegend schauen, Schau in Zukunft
künftig Bindung, bindend Bauen
au durchflutet, Fluten schwellend
Schwelle zielend, Ziel bekennend
Kenntnis rinnend, Rinnsal fließt
Fluß gestauter Menschheitskeime
keimend Acker, ackern hart
Härte duldend, Duldung lobend
Lob erhaltend für das Harren
harrend Formen freies Mischen
Mischung fördert, Fördrung siegt
Sieg Steg zeitigt, Zeiten Rausch
rauschend Sturzbach, stürzt ohnmachtig
Ohnmacht mitten in dem Sog
saugend Stärke, stärkend tiefe Erdenlust
lustvoll bäumend, Baum belaubt
Laub beginnt doch bald zu herbsteln
Herbstes Stürme, stürmen neu
Neugestalt hab´ ich nun wieder
wiederholend bleib ich treu.
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Was soll´n wir schreiben
dem alten Narren fur 'nen Spruch ?
"er starb als ewig Suchender"
klingt recht geheimnisvoll zwar
doch, meine ich, auch ziemlich protzig.
Wiederum
"nun ist er endlich heimgekehrt"
voll Zuversicht und Hoffnung ist,
doch ob er je 'ne Heimat hatte oder auch
eine haben wird, bezweifle ich ganzlich!
Auch
"er ist von uns für immer fort"
wäre zwar wünschenswert,
doch drauf zu schwören wag ich nicht,
zumal er "bis bald" am Ende sprach...
und ebenso
"wir trauern um ihn"
mag teilweis' richtig sein,
- solch gute Menschen soll 's auch geben -
doch er war, glaub' ich, froh davon zu eilen.
Wie wär' es dann mit einem
"reichen und erfüllten Leben" ?
Ja, wirklich, würdevoll und ruhend.
Doch, wenn ich so betrachte all die Pläne,
die er entmutigt auf halbem Wege fallen ließ,
nur Keuchen vernehm' ich und Sehnsüchte.
Dann nehmen wir eben
"er ging in seines Herren Frieden ein".
Doch, fürchte ich, jetzt geht das Mühen
erst richtig los
...und wie oft er seinen "Herrn" verwünschte,
zählt sich 's kaum.
Versuchen wir 's mit
"entschlief er viel zu früh"
Doch eher verschlief er, wie die meisten,
die ihm gegebne Zeit
andauernd über Widerstand und Mangel klagend.
Ach, langsam wird das Ganze mir zu dumm !
"er starb infolge chronisch unterkülter Massen"
sein Text soll sein ... und wer ihn kannte
wird Bescheid schon wissen !
