Die Musik begann

Virtueller Rundgang in Athen
Teil 7

Auf der Plaka nachts um halb eins!


Plaka-Steilen
"Plaka-Steile"
Plaka ist das Gebiet zwischen dem unteren Rand des Akropolis-Felsens, der Alten Agora, der Mitropoleos Strasse und der Hauptstrasse von Athen, der Amalias Ave., die am Parlament vorbei führt. Doch Plaka ist nicht ein Ort sondern ein Traum! Es sind nicht die alten Häuser, die engen Gassen, die Tavernen und die Touristen, die ihren Zauber ausmachen. Plaka ist die Materialisation der Nostalgie einer fernen glanzvollen Zeit, der Erinnerung an eine Zeit von Kämpfen um die Freiheit und auch der Freude am Leben nach den Mühsalen jener Zeit! Wenn Monastiraki der Inbegriff vom Handel ist, so ist Plaka ein Synonym fur die Athener Romantik. Während im Monastiraki die Bouzouki-Musik und die Rembetika-Lieder genau das Richtige sind, so ist für Plaka die alt-athener Mandolinen- und Gittaren-Musik mit ihren Plakiotika-Liedern das einzig Wahre dort! Die Tatsache, dass heute überall in Plaka Bouzouki-Musik zu hören ist, stellt nur einen Kompromiss fur die Touristen dar, die ja nur diese Letztere als "griechische" Musik identifizieren! Es sind aber keine 30 Jahre her als dort nachts kleine Gruppen junger Burschen mit Gittaren und Mandolinen umher gingen und diese Plakiotika-Lieder sangen, teils als Darbietung für die Geliebte, teils aber auch als Kultur-Bestand dieser Gegend.


Auf den Steilen von Plaka
wo sich die Weinstöcke biegen
dort leben die Mädels von Plaka
so schön, als wären sie
mit Rosenwasser gross geworden!

Die Menschheit weiss es nicht,
dass auch Gott aus Plaka stammt,
und wenn er einen sanften Regen schickt,
so nur um seine Basilikum-Stöcke dort zu
begiessen!

(altes Plaka-Lied)


Plaka-Taverne
"Ouzeri "Kouklis""
Plaka erkundet man am besten sehr früh am Morgen, damit man sich am Abend dort nicht verirrt. Und die beste Methode ist einfach kreuz und quer so lange zu gehen, bis man die Eckpunkte erfasst hat. Die Zentral-Strasse von Plaka ist die Adrianou Str., voll mit Andenken-, Schmuck-, Bekleidungs-Läden, aber auch Imbiss-Stuben und Tavernen. Es ist wohl sehr belustigend, dort auf und ab zu gehen. Aber an den angrenzenden Lokalen zum Essen zu sitzen, ist fast eine Zumutung. Es wird ja einem der Teller von den vorbei strömenden Massen mitgerissen! Es sei denn, Sie mögen diesen Umtrieb. Solltest Du aber zu den stilleren Naturen (wie meine Wenigkeit) gehören, so geh in die Rand-Strassen von Plaka und dort auch möglichst hoch zur Akropolis hinauf, denn das ist zu mühsam fur die meisten Leute! Du wirst dort stillere und dennoch gute Lokale finden, teilweise sogar mit guter Musik und keineswegs schlechter, was die Küche betrifft. Wollen Sie meine Stamm-Tavernen wissen? Aber nur unter uns gesagt! Ich will nämlich auch in Zukunft dort die Ruhe essen und die gute, aber dennoch dezente Musik geniessen! Es ist einmal die "Nefeli" (die Wolke) an den obersten Treppen der Panos Str. mit einem schönen überdachten Garten und Innenräume, wenn es mal kälter sein sollte. Allerdings an Wochenenden geht es selbst dort unruhiger zu. Und als zweite Empfehlung die Taverne "Palia Taverna tou Psara" (alte Fischer-Taverne) and der Ecke Erechtheos Str. (Quer zur Adrianou Str.) und Erotokritou Str. hoch oben an der Treppe. Du wirst dort eine einmalige Küche, gepflegte Bedienung und bürgerliche Preise finden!


Anafiotika Häuser
"Anafiotika unter der Akropolis"
Unbedingt solltest Du den Teil der Plaka, der Anafiotika genannt wird (zuerst besiedelt von Arbeitern aus der Insel Anafi), besuchen. Die fast Puppen-Häuschen mit den so engen Gassen, dass man die Foto-Ausrüstung nicht an der Seite hängen lassen kann, mit ihrer bunten Bemalung, den Blumenkästen, sind für Motiv-Sucher ein Muss! Und in dieser Gegend halte auch Ausschau nach manchen Malereien an den Mauern und Steinen. Sie stammen von einem Lokal-Künstler, Herrn Savakis, der auch dort sein Atelier hat, und zeigen teils archaische, teils byzantinische Motive. Das untere Ende von Anafiotika ist am Platz mit dem Lysikrates-Monüment, wo auch die Adrianou Str. einmündet. Du kannst Dich dort an einem Ouzeri hinsetzen und Dich etwas erfrischen, aber bitte nicht mehr als 2 Ouzo! Übrigens Ouzo pur trinken die Athener am Wenigsten. Meistens mischen sie dazu kaltes Wasser oder geben einige Eiswürfel dazu, wodurch eine milchige Suspension entsteht, die weitaus erfrischender (und gefährlicher) ist.

Und wenn Du mich nun fragst, was man sonst noch nachts in Athen unternehmen kann, so kann ich Dir einen Aufstieg oder Auffahrt zum Lykabettos-Hügel

Athen bei Nacht
"Athen vom Lykabettos aus"
wärmstens empfehlen, denn von dort aus haben Sie einen einmaligen Blick auf die Nacht-Lichter von Athen! Eigentlich kannst Du es auch tagsüber tun, aber dann siehst Du nur die Dämpfe und Wolken des Verkehrs aufsteigen. Ich bevorzuge hierzu die sehr frühe Morgen-Stunde (einfach eine der oberen Quer-Strassen der Panepistimiou Str. bergauf gehen bis man am Fuss des Hügels ist und dann entweder den Weg bis zur Spitze weiter gehen oder von der Funicular sich hoch fahren lassen). Dort oben ist übrigens die Filiale eines der bekanntesten Restaurants und Patisserien der Stadt, Zonars, also auch für die Verpflegung gesorgt. Ansonsten kannst Du zum Meer, nach Piräus oder auf der Küsten-Strecke in Richtung Sounion hinausfahren, wo auch recht viele Lokale und Strand-Tavernen zu finden sind.

Ich weiss, ich weiss, so manchem brennt die Frage auf den Lippen, wie es mit Nachtleben, Discos, Tanzen und anderen "Unterhaltungs-Arten" stehe :-) Also aufrichtig gesagt, da kenne ich mich herzlich wenig aus! Aber das ist auch kein Beinbruch, es gibt hinreichend Magazine und Internet-Seiten mit Hinweisen hierzu, meistens leider auf englisch. Z.B. Frommers Guide, Magical Journey to Greece oder Athens Guide.

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Meander

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