Mädel von Faliro von www.greekmidi.com

Virtueller Rundgang in Athen
Teil 12


Entlang der Apollo-Küste

Wir wollen heute den Tag dazu ausnutzen, an der Süd-Küste von Athen bis nach Kap Sounion entlang zu fahren. Und wie kommt man an die Küste vom Stadt-Zentrum aus? Die meisten Touristen werden sich für einen Mietwagen entscheiden und ich halte dies auch für die bessere Lösung. Freilich, im Stadtgewühl von Athen sich zurecht zu finden erfordert schon etwas kühlen Kopf! Aber schrecklich ist es auch wieder nicht! Beherzige Dir nur folgende Regeln und es wird schon alles gut gehen :-)

INTERMEZZO:

Griechische Fahr-Regeln

  • Immer nach Sicht fahren! Verlasse Dich nicht auf Verkehrs-Zeichen, -Ampeln oder -Regeln!
  • Achte auf Motorrad-Fahrer, besonders auf solche, die von rechts überholen.
  • Achte auf Fussgänger, die von überall einfach Dir vor das Auto springen.
  • Benutze ohne weiteres den Sicherheits-Streifen auf Landstrassen und Autobahnen, wenn Du etwas gemütlicher fahren willst, ohne den Verkehr zu behindern.
  • Verkehrs-Schilder wie "30kmh" oder "Fussgänger-Übergang" sind Anlass zu Heiterkeit, denn sie werden weder von Autofahrern noch von Fussgängern beachtet.
  • Vorsicht bei beginnendem Regen! Der Staub und die miserable Fahrbahn-Decken sind ideale Kombination für Rutschpartien.

Und wo mietet man am besten ein Auto? Wenn Du bei einem Hotel wohnst, frage am besten bei der Reception. Sie haben dort ihre Verbindungen und die Vermieter achten etwas mehr darauf, dass der Hotel-Kunde nicht danach unzufrieden ist. Ansonsten wende Dich an eine der auch in Deutschland bekannten Firmen (Europcar, Avis, Hertz, Thrifty etc.), die auch ebenfalls etwas mehr auf Kunden-Zufriedenheit achten.

Stadion
"Foto folgt"
Viele davon haben ihre Geschäfts-Stelle in der Nähe vom Olympeion (Tempel von Zeus), dort wo die grosse Syngrou Avenue in Richtung Küste beginnt. Und mittlerweile sind auch bei vielen davon Büros direkt im Flughafen- Gebäude vorhanden. Der Kunde kann dann das Auto direkt dort abholen und abliefern. Du kannst freilich auch übers Internet eine Buchung vornehmen. In diesem Fall rate ich Dir, dass Du Angebote von mehreren Firmen einholst und durchaus per email, unter Hinweis auf die Konkurrenz, um ein besseres Angebot bittest! :-) Für ein Auto der gleichen Klasse wirst Du Unterschiede teils von mehreren Hundert Euro finden!

In jedem Fall empfehle ich Dir einen möglichst kleinen Wagen zu mieten! Wenn Du dann später ihn irgendwo parken willst, wirst Du erkennen warum :-) Und bitte sei nicht so zimperlich, wenn der angebotene Wagen eine ausgeleierte Kupplung oder abgenutzte Sitze hat. Wichtig sind die Bremsen! Ich will aber auch ein paar Hinweise für diejenigen geben, die nicht ein Mietauto haben wollen. Selbstverständlich kann man zur Küste auch mit dem Bus fahren! Folgende Linien können dazu benutzt werden:

INTERMEZZO:

Busse in Richtung Sounion, an der Küste entlang :

  • nach Faliron Nr. 126. Start an der Sina Strasse neben der Akademie und Haltestelle gegenüber dem Nationalgarten.

  • nach Glyfada Nr. A2 und B2. Start auf der Panepistimiou Str. vor der Universität. Für die Linie A2 gibt es ebenfalls Haltestelle gegenüber dem Nationalgarten.

    Von Glyfada aus gibt es Verbindungsbusse (Nr.114, 115 und 116) nach Vouliagmeni, Voula, Varkiza.

  • nach Voula Nr. 122 mit Haltestelle gegenüber dem Nationalgarten.

  • nach Sounion vom Klafthmonos Platz oder der Filellinon Str. Diese Busse verkehren stündlich.

Es gibt auch einige weitere Linien zu den Küsten-Vororten, aber sie fahren nicht die Küsten-Strecke. Ich habe sie deshalb weggelassen.

Und jetzt geht es los! Wie gesagt, wir fahren die Syngrou Avenue geradeaus bis zu ihrem Ende. Dort ordnen wir uns links ein und schon sind wir an der Küste von Faliron. Aber halt!

Stadion
"Küste bei Faliro"
Es gibt gleich was zu sehen! Nach der Links-Kurve beginnt ein Park. Fahre ganz einfach in den Park hinein und Du wirst gleich vor einer antiken Trireme und einem moderneren Schlacht-Kreuzer stehen (s. auch Foto in meiner Gallerie) Die Trireme wurde vor einigen Jahren von der griechischen Marine nachkonstruiert und sie ist sogar einsatzfähig. Mann hatte damit einige Runden im Saronischen Golf gefahren! Der Kreuzer stammt aus der Zeit der Balkan-Kriege in den 20er Jahren und wird als Museum benutzt, sofern man zu den Öffnungs-Zeiten kommt. Wenn wir nun etwas weiter fahren, kommen wir an den Beginn einer wunderschönen Promenade gut 1-2 km lang. Ich empfehle Dir, hier mal am späten Nachmittag oder Abend wieder zu kommen. Es gibt auch die ersten Badestrände auf diesem Küsten-Abschnitt, aber Du wirst noch weit schönere bei unserer Tour sehen.

Auf der Weiter-Fahrt kommen wir an die Vororte Kalamaki und Alimos vorbei (hier befindet sich auch der Alliierten-Friedhof der Gefallenen im 2. Weltkrieg), danach an Glyfada

Stadion
"Foto folgt"
mit einer sehr bekannten Strand-Anlage ("Asteria") und an dem alten Flughafen ("Elliniko") von Athen. Der neue Flughafen ("Eleftherios Venizelos") befindet sich hinter dem Berg Hymettos auf der Mesogia- Ebene und wir werden in der nächsten Seite darauf zu sprechen kommen. Kurz nach dem Alt-Flughafen kommt man an den Zentral-Platz von Glyfada und wenn Du auf schöne Einkaufs-Läden erpicht bist, dann mache hier kurz Halt und laufe etwas an den Shopping-Strassen entlang. Die Küsten-Promenade ist auch hier sehr schön und man hat die Möglichkeit in einer Taverne mitten im Sand- Strand zu sitzen und es sich gut gehen lassen. Zum Baden kann man dabei gleich ins Wasser springen.

Unser nächster Stop ist Vouliagmeni, ebenfalls mit schönen Stränden, aber weitaus wegen dem gleichnamigen See bekannt. Der Name bedeutet "die Eingesunkene" und kommt davon her, daß in prähistorischen Zeiten an dieser Stelle der Berg einstürzte und der gebildete Krater sich nach und nach mit Wasser füllte und den See bildete. Das besondere dabei ist, dass sein Wasser-Spiegel tiefer als der Meeres-Spiegel ist und dennoch kein Meeres- Wasser hinein fliesst sondern umgekehrt! Der See wird von Mineral-Quellen gespeist und es hat sich dort ein Heilbad-Betrieb entwickelt. Ich empfehle einen kleinen Besuch zu machen:

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"Poseidon-Tempel bei Sounion"
man sieht bei der Fahrt auf der rechten Seite ein Restaurant und gleich gegenüber auf der anderen Strassen-Seite ist die Einfahrt zum See. Einfach hinein fahren, irgendwo parken und etwas herum gehen.

Die folgenden Vororte Kavouri, Varkiza, Agia Marina, Lagonisi usw. sind allesamt als Badeorte bekannt und beliebt. In Varkiza gibt es entlang der Haupt-Strasse und direkt am Strand Unmengen von Restaurants, Cafés und Shops, so dass es einen direkt zum Pause-Machen einlädt. Im kleinen Fischer-Hafen dort kann man in der frühen Morgen-Stunde auch frischen Fisch-Fang direkt an den Booten kaufen. Ein kleiner Hinweis nun: Gerade in Varkiza zweigt eine Neben-Strasse ab, die ins Landes-Innere in Richtung Vari führt. Nicht dass Vari etwas besonders Schönes ist, aber dort befinden sich einige bekannte Spezialitäten-Restaurants, die sehr gute Spiess-Gerichte anbieten. Zu erkennen an den Jungs, die davor in Evzonen-Tracht stehen und pfeifend und gestikulierend die vorbeifahrenden einladen :-) Selbst wenn Du eine Abneigung für Innereien hast, empfehle ich Dir eine kleine Portion "Kokorétsi" dort zu bestellen!

Aber nun machen wir uns auf den letzten Teil der Strecke nach Sounion. Wir kommen vorbei an Anavissos und etwa 5-6 km danach erblicken wir auf der anderen Seite der Bucht oben auf der Anhöhe die Säulen des Poseidon Tempels.

INTERMEZZO:

Geschichtliches zum Poseidon Tempel.

Das Heiligtum bildete schon seit der Antike einen wichtigen Kontrollpunkt für den Schiffs-Verkehr innerhalb des saronischen Golfes, so dass ihm neben der religiösen auch die Bedeutung eines Grenzpostens zukommt. Aufgrund seiner strategischen Lage ist der Tempelbezirk schon früh, etwa zur Zeit des Peloponnesischen Krieges ab 431 v. Chr., zu einer Befestigungs-Anlage ausgebaut worden, wovon heute noch die Reste der Mauern, der Turm- und Toranlagen, sowie westlich des Kaps gelegene Liegeplätze der Wacht-Schiffe und eine zerstörte Hafen-Anlage zeugen. Zu hellenistischer Zeit (3. Jh. v.Chr:) wurden wahrscheinlich die meisten dieser militärischen Anlagen erweitert, da sich im Tempel-Bereich eine Siedlung anlagerte, deren Fundamente im Nord-Osten des Kaps noch erkennbar sind.



Poseidon-Tempel Sounion
"Poseidon-Tempel Rekonstruktion"

Im 6. Jh. v.Chr. wurde auf Sounion ein erster Stein-Tempel aus Poros bzw. Tuffstein errichtet, der jedoch 480 v.Chr. nach dem Einfall der Perser zerstört wurde. Die Ruinen, die wir heute an gleicher Stelle betrachten können, stammen von dem Poseidon-Tempel, der zwischen 444 und 440 v.Chr. erbaut wurde; also zeitgleich mit dem Parthenon von Athen.

Der Tempel selbst ist ein dorischer Peripteros mit 6 x 13 Säulen von etwa 6m Höhe. Die Besonderheit der Säulen ist das verwendete Material, nämlich Marmor aus dem nahen Agrileza. Er enthält fast keine Eisen-Bestandteile, wodurch die gelbbräunliche Oxidation ausbleibt und die Säulen ihr schönes Weiss behalten. Die starke Abgegriffenheit der Säulen beruht auf der gröberen Konsistenz des Marmors, der nicht so fein ist wie etwa pentelischer Marmor.

Der eigentliche Reiz von Kap Sounion entsteht jedoch erst durch die Harmonie von der malerischen Landschaft mit dem kunstvollen Bauwerk, was von den Touristen oft als Postkarten-Idylle bezeichnet wird und auch schon vor hundert Jahren Lord Byron (1788-1824), dem englischen Romantiker und Dichter, faszinierte. Er wollte sich in dem Heiligtum verewigen und ritzte daher seinen Namen in eine der Säulen. Seinem Beispiel folgten in den folgenden zwei Jahrhunderten Tausende von Besuchern und das Bauwerk wurde regelrecht entwürdigt und verunstaltet!

Hotel bei Sounion
"Geschmacklosigkeit!"
Das generelle Verbot an allen Altertümern nahe heran zu kommen setzte diesem barbarischen Treiben ein Ende!

Doch, um nochmals auf die Harmonie von Landschaft und Tempel zurück zu kommen, muss ich leider noch erwähnen, dass sich meine Landsleute selbst manchmal Dinge in Bezug auf ihre Landschaft erlauben, die einem die Haare zu Berge stehen lassen! Im Foto kannst Du ein solches Beispiel von Landschafts-Verschandelung sehen, das leider durchaus keine Seltenheit ist! Auf der anderen Seite muss ich aber auch der Gerechtigkeit halber erwähnen, dass es auch Gegenbeispiele gibt. In unmittelbarer Nähe von Sounion ist eine weitere Hotel-Anlage direkt an der Küsten-Strecke so optimal aufgebaut, dass man sie kaum entdeckt!

Und nach dem Besuch des Tempels hast Du nun die Möglichkeit, entweder hier auf den berühmten Sonnen-Untergang zu warten (Boshafte sagen, er sei so oft zu sehen, wie die Mitternachts-Sonne am Nordkap!) oder aber den warmen Spät- Nachmittag am Strand zu verbringen und auf der Rückfahrt Dich von den köstlichen Fisch-Spezialitäten in einer Fisch-Taverne überzeugen zu lassen!

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Meander

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